ErP / EuP-Richtlinien zur Energieeffizienz

ErP / EuP-Richtlinie

Die vormalige sogenannte Eup-Rahmenrichtlinie (2005/32/EC) wurde 2009 durch die ErP-Rahmenrichtlinie (2009/125/EC) ersetzt.

Ab Juni 2011 sind in der EU Mindestwirkungsgrade für Drehstrommotoren vorgeschrieben.

  • Im Rahmen der ERP-Richtlinie soll eine Ressourcen schonende, energieeffiziente Produktgestaltung durch geeignete politische Instrumente unterstützt werden. Durch die Harmonisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen auf EU-Ebene sollen darüber hinaus Wettbewerbsverzerrungen im EU-Markt vermieden werden.

Warum?

70% des Stromverbrauchs in der Industrie entfallen auf Antriebssysteme mit Elektromotoren.

Folge: Effizienzsteigerung der Antriebssysteme durch energieeffizientere Motoren.

Um Ihnen eine einfache Orientierung zu ermöglichen, haben wir die wichtigsten Antworten zusammengestellt.


Gesetzliche Grundlagen

  • Derzeit existieren weltweit zahlreiche Normen und Standards zur Bestimmung und Einteilung von Wirkungsgraden.
  • Die Norm IEC 60034-30 löst die nationalen Normen und Standards ab und vereinheitlicht sie weltweit.
  • Die Einführung der neuen IE-Motoren und die Anwendung der Norm IEC 60034-30 ist in Europa mit der EuP Richtlinie (Energy using Products) verabschiedet worden.
  • EU-Länder setzen Richtlinie in nationales Recht um.
  • für Europa sind die Regelungen der EuP-Richtline 2005/32/EG, VO 640-2009 verbindlich
  • in anderen Regionen gibt es abweichende Regelungen, z.B. andere Zeitpunkte, an denen die Wirkungsgradklassen verbindlich werden (z.B. USA: gesetzlicher Starttermin für IE3 im Dezember 2010).
  • Die nominellen Wirkungsgradforderungen für IE1, IE2 und IE3 sind weltweit gleich.


Wann tritt die Vorschrift in Kraft?

Stichtag

Leistung

Mindestwirkungsgrad

16.Juni 2011

0,75»¦375 kW

IE2

01.Januar.2015

7,5»¦375 kW

IE3 oder IE2 + FU

01.Januar 2017

0,75»¦375 kW

IE3 oder IE2 + FU




Welche Produkte sind betroffen?

  • 2-, 4-, 6-polige Drehstromasynchronmotoren 0,75 »¦ 375 kW
  • 50 Hz und/oder 60 Hz
  • S1 – Dauerbetrieb
  • Auch Getriebemotoren und Motoren, die an einem Umrichter betrieben werden



Welche Produkte sind nicht betroffen?

  • Alle Motoren, die die oben genannten Anforderungen nicht erfüllen (z.B. Motoren mit anderen Bemessungsfrequenzen)

  • Explosions-geschützte Motoren, entsprechen ATEX
  • Motoren, die komplett in ein Produkt integriert sind und deren Wirkungsgrad nicht unabhängig von diesem Produkt gemessen werden kann (z.B. Kompressoren)
  • Polumschaltbare Motoren
  • Bremsmotoren
  • Motoren die ausschließlich mit Frequenzumrichter betrieben werden und bei denen dies so auf dem Typenschild gestempelt ist.
  • Betriebstemperaturen über 400°C (z.B. Brandgasventilatoren)
  • Aufstellungshöhe über 1000 m NN
  • Umgebungstemperaturen über 40°C und unter -15°C
  • Motoren für Bemessungspannungen über 1000V
  • Motoren mit mehreren Drehzahlen (polumschaltbar)


    Welche Kennzeichnung erhalten die Motoren?

    • Energieeffiziente Motoren werden nach IEC/EN 60034-30 in Effizienzklassen eingeteilt.
    • Die Effizienzklasse ist auf dem Motor ausgewiesen.
    • Die bekannte eff-Kennzeichnung läuft aus.

    IEC/EN
    60034-30

    Vergleichbar mit

    in Europa in den USA

    IE1

    eff2

    NEMA Energy Efficiency

    IE2

    eff1

    NEMA High Efficiency

    IE3

    -

    NEMA Premium Efficiency




    Wirkungsgradklassen von Elektromotoren

    Wirkungsgrad

    alt nach CEMEP

    neu nach IEC 60034-30

    hoch

     

    IE4, Super-Premium Efficiency (in Vorbereitung)

     

     

    IE3 Premium Efficiency

     

    EFF1

    IE2 High Efficiency

    niedrig

    EFF2

    IE1 Standard Efficiency




    Wie wird der höhere Wirkungsgrad erreicht?

    Der höhere Wirkungsgrad wird erreicht durch:

    • Verwendung von mehr Aktivmaterial
    • höherwertiges Elektroblech
    • Erhöhung der Kupferfüllfaktoren
    • kleinere, strömungsoptimierte Lüfter
    • Leichtlauflager und Leichtlauffette
    • Mehr aktives Material durch längere Statoren (Baulängensprung möglich) oder größeres Bauvolumen (Typensprung)
    • Einsatz von permanentmagneterregten Läufern (PM Synchronmotoren)




    Was ändert sich technisch gegenüber herkömmlichen Drehstrommotoren (IE1)?

    Abhängig von den gewählten konstruktiven Maßnahmen ergibt sich folgendes:

    • Veränderte Drehzahl- / Drehmomentkennlinie (z.B. Bemessungsdrehzahl, Schlupf, Anlaufverhalten)
    • Veränderte Ströme/Spannungen
    • Veränderte Trägheitsmomente
    • Veränderte Abmessungen
    • Geringere Erwärmung


    Gibt es eine spezielle Abnahme für effiziente Motoren?

    Eine Abnahme bei einem staatlich anerkannten Prüfinstitut ist nicht notwendig. Die CE-Konformität bestätigt u.a. die Übereinstimmung mit gesetzlichen Effizienzvorschriften und der standardisierten Effizienz-Klassifizierungen.

    Gilt der Stichtag für das Inverkehrbringen oder das Inbetriebnehmen?

    Die gesetzlichen Vorschriften betreffen lediglich das erste Inverkehrbringen (z.B. durch einen Import oder einen Verkauf des Motors von einem Hersteller an einen Maschinenbauer oder Händler). Ab den genannten Stichtagen dürfen Motoren, die in den gesetzlichen Geltungsbereich fallen und die Mindestwirkungsgrade nicht erfüllen, nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Dies gilt ausschließlich für EU-Länder. Bereits bezogene Motoren dürfen nach dem Stichtag noch in Maschinen eingebaut werden.

    Müssen bestehende Maschinen umgerüstet werden? Was passiert im Reparaturfall?
    Für bestehende, bereits in Betrieb genommene Drehstrommotoren ist keine zwangsweise Umstellung notwendig. Bei einer einfachen Reparatur (z.B. Wechsel der Kugellager) kann der bestehende Motor auch weiterhin eingesetzt werden. Wird im Reparaturfall ein kompletter Motor getauscht, muss der neue Motor den Effizienzvorschriften entsprechen.